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Julia Schlembach in den erweiterten Landesvorstand gewählt
Auf dem Landesparteitag am 18. Oktober in Leinfelden-Echterdingen wurde unser Kreisvorstandsmitglied Julia Schlembach in den erweiterten Landesvorstand gewählt. Herzlichen Glückwunsch! Ihre Bewerbungsrede findet Ihr hier:
Liebe Genoss*innen,
mein Name ist Julia Schlembach und kandidiere – mit Unterstützung meines wunderbaren Kreisverbands Ludwigsburg – für den erweiterten Landesvorstand, weil ich möchte, dass Die Linke in Baden-Württemberg überall spürbar ist – auch dort, wo Strukturen dünn und Wege weit sind.
Ich bin 39 Jahre alt, kinderfrei und lebe in einem 350-Seelen-Dorf, in dem ein Nachbar nach dem nächsten einen Fahnenmast mit Deutschlandflagge im Garten hisst und der Bus am Wochenende nur fährt, weil wir auch Tourismusregion sind. Mein Kreisverband ist aber auch geprägt von der Studierendenstadt Ludwigsburg.
Wir haben uns in den letzten Monaten fast verdreifacht – das ist toll, aber wir haben im KV kein linkes Büro und jedes Treffen bedeutet immer auch Konsum und Geld ausgeben müssen. Und manchmal lehnen uns die Kneipen ab, wenn klar wird, dass wir von Der Linken sind. Wir sind aktuell „nur“ in drei kommunalen Parlamenten vertreten und manchmal fühle ich mich ganz schön abgehängt.
Ich habe die Partei seit meinem Eintritt 2021 immer als „Mitmachpartei“ erlebt – lebendig, solidarisch, basisnah. Es passiert aber trotzdem immer wieder, dass mir Informationen fehlen oder mich zu spät erreichen. Als Mitgliederpartei liegt unsere Stärke aber genau hier, vor Ort in den Kreis- und Ortsverbänden.
Ich möchte mich im erweiterten Landesvorstand für mehr Transparenz, Kommunikation und Sichtbarkeit einsetzen. Strukturen müssen nachvollziehbar sein und Wissen darf nicht zu Macht werden.
Was mich politisch antreibt, spiegelt sich auch in meiner beruflichen Biografie wider: Wohnen ist mein Herzensthema. Ich bin Sozialarbeiterin und habe ich über zehn Jahre in der Wohnungsnotfallhilfe gearbeitet und täglich erlebt, was passiert, wenn das Zuhause verloren geht. Dass ein Dach über dem Kopf keine Selbstverständlichkeit mehr ist, ist das Ergebnis jahrzehntelanger verfehlter Politik und aktuell sehen wir, dass Obdachlosigkeit sogar per Gesetz legitimiert werden soll.
Inzwischen arbeite ich unter anderem als Interessenvertretung in der Wohlfahrtspflege. Und sehe täglich, wie dringend eine starke linke Opposition in Baden-Württemberg gebraucht wird. Mein Büro ist zentral in Stuttgart und wenn ich vom Hauptbahnhof zur Arbeit laufe, sehe ich immer mehr Menschen, die sich in den prekärsten Lebenslagen befinden. Im politischen Diskurs wird über diese Menschen als Sicherheitsrisiko gesprochen und sie werden vertrieben. Für mich ist diese Armut das unerträgliche und unübersehbare Zeichen struktureller Probleme. Die gegenwärtige Politik verschließt die Augen und lenkt mit Scheindebatten ab.
Wir werden im nächsten Landtag erstmals vertreten sein! Wir werden eine starke Fraktion aufbauen. Wir werden aber auch außerparlamentarisch weiter mobilisieren und die Hoffnung organisieren. Dafür brauchen wir aber auch einen starken Landesverband, der den Linksrutsch organisiert. Geschlossenheit zwischen Fraktion und Landespartei ist dafür entscheidend. Auch dafür will ich mich einsetzen.
Ich bin nicht laut, aber ich stehe mit klarer Haltung immer an der Seite der Menschen. Ich habe viel sozialpolitische Erfahrung und einen strategischen Blick. Ich will meine Expertise gerne in den nächsten erweiterten Landesvorstand einbringen, wenn ihr mir euer Vertrauen schenkt.
Ich habe Bock! Gemeinsam drehen wir Baden-Württemberg auf links!

