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Meldungen aus den Gemeinden, dem Kreis & der Region

Von links nach rechts, Sarah Neumann Gitarre, Bürgermeister Klaus Warthon aus Benningen, Wolfram Scheffbuch DFG-VK, Erhard Korn, Vorsitzender der Rosa-Luxemburg-Stiftung BaWü

Antikriegstagsveranstaltung am „Nie wieder Krieg-Denkmal“ in Benningen

Seit über 60 Jahren (1. September 1957) wird an die Gräuel von Krieg, Gewalt und Faschismus erinnert und an die Opfer gedacht. Aus diesem Anlass veranstaltete, die Deutsche Friedensgesellschaft-Vereinigte Kriegsdienstgegner:innen DFG-VK- LB und DIE LINKE.-LB beim „Nie wieder Krieg-Denkmal“ des Turnvereins Benningen, eine Gedenkveranstaltung.

Sarah Neumann begleitete die Veranstaltung mit Friedenslieder musikalisch. Anwesend war auch Emma Weber Bundestagskandidatin für DIE LINKE im Wahlkreis Neckar-Zaber.

Bürgermeister Klaus Warthon Er erinnerte in seinem Grußwort daran, dass nach dem 1. Weltkrieg der Antikriegstag am 1. August begangen wurde, weil der 1. Weltkrieg am 1.August 1914 begann. Wir haben heute 76 Jahre Frieden in Europa, aber weltweit gibt es rund 40 bewaffnete Konflikte. Das Denkmal „Nie wieder Krieg“ ist für uns heute, Verpflichtung für Frieden und Völkerverständigung einzutreten. Er bedankte sich, bei den Organisatoren für ihr Engagement und bei den Anwesenden für ihre Teilnahme an der Gedenkveranstaltung.

Erhard Korn, Vorsitzender der Rosa-Luxemburg-Stiftung BaWü, ging auf die Entstehungsgeschichte der „Nie wieder Krieg“ Denkmal ein. „Die Arbeiterkulturbewegung aus den Sport- und Gesangsvereinen der Weimarer Republik, zu der auch der Benninger Turnverein gehörte, hat für seine im 1. Weltkrieg gefallenen „Vereinsgenossen“ (von 49 Benninger Gefallenen waren 27 Vereinsmitglieder) dieses Denkmal errichten.

Im September 1928 wurde das Denkmal unter Beteiligung praktisch der gesamten Bevölkerung eingeweiht. Schulheiß Fauth legten den Anwesenden ans Herz, den Kampf zu führen gegen den Krieg.

Bis 1932 konnten Nazis in Benningen, diesem „ehemaligen Bollwerk des Marxismus“, wie die MZ 1933 über Benningen schrieb, nur unter Begleitschutz der SA auftreten, die auch auf Gegendemonstranten schossen. 1933 wurde „ausgemistet“, die linken Parteien und Arbeitervereine aufgelöst oder verboten, die Inschrift „Nie wieder Krieg“ wurde von der SA herausgemeißelt und konnte erst 1947 „von unbekannter Hand“ wieder angebracht werden“.

Roland Blach, Geschäftsführer der DFG-VK BaWü ging in seiner Rede zum Antikriegstag, auch auf die aktuelle Situatiion ein.   „Am 1. September 1939 entfesselte NaziDeutschland den zweiten Weltkrieg, der sechs Jahre später mit Millionen Toten endete und traumatischen Auswirkungen bis heute nach sich zieht. 

Für die in diesem Grauen, getöteten, verstümmelten, gefolterten, traumatisierten gilt es, kurz innezuhalten. Ihr Schicksal ist unser Antrieb. Wie alle Opfer von Krieg, Hass und Gewalt der Menschheitsgeschichte. Würden wir die Geschichte dieser Menschen und ihren Hinterbliebenen aufmerksam lauschen, wären wir wahlweise beschämt, sprachlos oder verstört. Und gleichzeitig müssten wir die ganze Wut aus uns herausschreien, was Menschen angetan wurden. Aus Macht, Geldgier, Größenwahn, religiösem Fanatismus, Verachtung und Verblendung. Und dem Glauben, mit Militär, Rüstung und Krieg würde sich irgendein Problem lösen lassen.

20 Jahre Krieg in Afghanistan. Ein Desaster. Das jahrelange Morden in Syrien. Nicht beendet. Viele Millionen Menschen sind weltweit Opfer von Kriegen und Bürgerkriegen, von politischer, ethnischer und religiöser Verfolgung und suchen Schutz in anderen Regionen ihres Heimatlandes, in Nachbar- oder auch in Industrieländern.

Wo ist der Aufschrei gegen diese Politik der Bundesregierung, die zunehmend stärker auf militärische Intervention und auf Aufrüstung statt auf friedliche Lösung internationaler Konflikte setzt? Haben nicht gerade die letzten Wochen in Afghanistan deutlich gemacht, dass diese militärische Machtpolitik gescheitert ist. Und gegen das Friedensgebot des Grundgesetzes verstößt, welches Frieden als zentrale Lehre aus dem am 1. September 1939 begonnen deutschen Angriffskrieg festschreibt.

Die Bundesregierungen und der Bundestag tragen Verantwortung bzw. Mitschuld an dieser Entwicklung: Deutschland steht auf dem siebten Platz der Länder mit den größten Rüstungsausgaben und ist einer der größten Waffenlieferanten“.